Inner Quiet

Dienstag, 06.12.2016

Quiet, I bear within

I bear within myself

Forces to make me strong.

Now will I be imbued

With their glowing warmth.

Now will I fill myself

With my own will's resolve.

And I will feel the quiet

Pouring through all my being

When by my steadfast striving

I become strong

To find within myself

The source of strength

The strength of inner quiet.

(R. Steiner)

Dieses Gedicht begleitet uns durch die Adventszeit. Jeden Adventssonntag treffen wir uns abends im Orchard House, singen Weihnachtslieder, lesen Gedichte und trinken Tee. Dieses Gedicht wird jeden Adventssonntag von einer anderen Person vorgelesen.

 

Winter is coming

Donnerstag, 01.12.2016

Da war gerade noch Sommer und jetzt ist schon der 1. Dezember. Wir basteln Sterne für die Fenster im Kerzenschein, während draußen der Wind ums Haus pfeift. Hier wird es wirklich schon um 4pm dunkel und in der Zeit wo die Sonne da ist, ist entweder Sonnenauf- oder untergang.

In der Adventszeit ist es hier besonders schön. Jeden Adventssonntag treffen wir uns, um dann die residents in den Häusern mit einem Weihnachtslied zu wecken.

Gestern kam ein proffesioneller Geschichtenerzähler zu uns, der "A christmas carol" von Charles Dickins vorgetragen hat.

Die Arbeit (das Zusammenleben trifft es wohl besser) mit den residents ist nun auch nicht mehr im Entferntsten eine Herausforderung, ich habe keine Probleme mehr schwierige Situationen (Streit, Panik vor dem Doktor etc.) allein zu lösen und genieße wirklich jede Sekunde, in der wir etwas gemeinsam machen.

Diese Konversation führen wir jedes Mal, wenn Cécile (Name geändert) ihr Bad hat (Sonntag/Mittwoch/Freitag) und sie ist jedes Mal aufs Neue erstaunt, dass ich in meinem Alter noch nicht verheiratet bin:

Cécile (62): "Are you married?"

ich: "No"

Cécile: "Whyyy?! I'm still too young to marry, but I'll be married when I'm old enough."

 

Halloween

Montag, 31.10.2016

Auf diesen Tag haben sich die residents schon Wochen gefreut und nun ist er endlich gekommen: Halloween!

Jedes Jahr ist es die Aufgabe der neuen Co-Worker diesen Abend zu gestalten. In einer kleinen Gruppe habe ich mit drei anderen das Märchen "Hänsel und Grethel" als Theaterstück aufgeführt. Anschließend wurden die restlichen Co-Worker im Haupthaus gesucht und es gab gemeinsames Supper mit anschließendem Tanzen.

 

Wieder mal geht

eine Woche zu Ende.

Jetzt schon verschwimmen

die vielen Momente,

und Rapsfelder ziehen

am Fenster vorbei.

Was hab ich ein Glück,

bei mir selbst zu sein!

Ich fühle noch die Brise

auf meinem Gesicht,

seh euch noch stehen am Gleis.

Wie unfassbar flüchtig,

wie schön alles ist!

Ich komme wieder, vielleicht.

 

(Julia Engelmann "Heimreise", aus "Jetzt, Baby")

Woodland opening day & Sheffield Park

Samstag, 22.10.2016

Letzten Freitag haben wir  gemeinsam das neue Gebäude im Woodland-Workshop eingeweiht. Dieses wurde von den residents im Wald gebaut mit ausschließlich natürlichen Materialien (keine Nägel etc.). Zusammen haben wir dort Sandwiches gegessen und anschließend Musik gespielt, was die residents zum Tanzen animiert hat.

Am darauf folgenden Tag bin ich mit dem Fahrrad zum sog. Sheffield Park gefahren, welcher in dieser Jahreszeit besonders sehenswert ist. Es ist wirklich erstaunlich wie unglaublich warm und sonnig es hier noch Ende Oktober ist.

Autumn

Donnerstag, 20.10.2016

Nun ist es wirklich, wenn auch ziemlich spät, Herbst geworden. Die Luft ist kalt geworden und die Blätter bunt.

Ich habe nun ein neues Zuhause und es fühlt sich so an, als habe ich hier schon immer gelebt und werde dies auch immer tun. Immer seltener sind schwierige Situationen unangenehm und auch die Sprache wird immer vertrauter (auch wenn ich immer noch nicht wirklich ein philosophisches Gespräch geführt habe, doch das könnte auch an den Menschen hier und nicht an meinen fehlenden Englischkenntnissen liegen, doch auch auf Englisch geführte Selbstgespräche können manchmal sehr erkenntnisreich sein). 

Seit einer Woche habe ich jetzt auch schon angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, was ich nach diesem Jahr machen soll. Ich habe bemerkt, dass ich mir durchaus vorstellen kann, diese Art der Arbeit (wenn man es denn so nennen mag) weiterzuführen.

Am Dienstag war der sogenannte "Apple-Day". Die ganze Community ist dafür den Vormittag in den Garten gegangen und jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten mitgeholfen beim Laubhaken oder Äpfelpflücken.

Auch habe ich in letzter Zeit viele Ausflüge gemacht, beispielsweise zu den Kreidefelsen "Seven Sisters" oder nach Canterbury.

Michaelmas

Donnerstag, 29.09.2016

O Nature, your motherly being

I carry in the essence of my will

And my will's fiery might

Forges firm my spirit striving

To give birth to selfhood's feeling

So I may bear myself in me.

(From the calendar of the soul)

 

Heute haben wir Michalelis gefeiert. Morgens haben wir uns getroffen, um verschiedene Darbietungen anzusehen. Ich habe Trompete gespielt und mit einigen anderen ein Eurythmiestück aufgeführt.

Mittags haben wir uns dann wieder getroffen, um gemeinsam an langen Tafeln zu Mittag zu essen. Es gab gebackene Kartoffeln, Käse und Traubensaft.

Auch wenn alles sehr den Eindruck von einem Erntedank-Fest erweckte, so ist der Unterschied, dass hier nicht so sehr dem Vorgang in der Natur gedenkt wurde, sondern viel mehr dem Vorgang in unserem Bewusstsein. Auch wenn die Natur jetzt in ihrer Winterpause zur Ruhe kommt, so müssen wir wach bleiben und die Kälte des Winters mit der Wärme unseres Willens zu übertönen. 

The last summer impressions

Samstag, 24.09.2016

So habe ich mir das englische Wetter wirklich nicht vorgestellt. Ende September Sonnenschein und Hitze! Morgens ist es zwar schon sehr kalt, doch schafft die Sonne es immer wieder den Tag für sich zu gewinnen. Passend dazu sind wir heute zum "Forest Row Festival" im Nachbarort gefahren. So hatten wir dann auch noch unser Sommerfest im Herbst.

Unsere Einführungstrainings sind jetzt vorbei und wir werden immer mehr mit dem Alltag in unseren Häusern vertraut gemacht. Besonders in der letzten Woche sind mir auch die residents noch einmal vertrauter geworden. Selbst die Verständigung mit Ginny, die viel mit der Makaton-Zeichensprache  kommuniziert fällt mir schon sehr leicht und stellt keineswegs ein Problem mehr für mich dar.

Letzten Donnerstag habe ich für die residents den Abend gestaltet. Dafür habe ich mir ein Spiel ausgedacht, um sie zum Malen zu animieren. Auch wenn das Spiel bald vergessen war und sie nur noch so gemalt haben, war es total schön, wie glücklich sie das Malen gemacht hat. Sogar Magaret (Name geändert), die wirklich fast nie etwas sagt, hat angefangen zu lachen und Cécile (Name geändert) zu kitzeln. Dieser Abend hat mich noch einmal darin bestärkt, nach diesem Jahr etwas mit Kunsttherapie zu machen.

Almost a month

Sonntag, 18.09.2016

Die letzte Woche ist so unglaublich schnell vergangen, dass ich mich schon gar nicht mehr an ihre Einzelheiten erinnern kann.

Letzten Samstag bin ich mit einigen der anderen Co-Worker nach Lewes gefahren, eine schöne Stadt nicht weit von hier entfernt. 

Auch sind wir ein zweites Mal nach Brighton gefahren, wobei wir auf der Rückfahrt so einige Abenteuer erlebt haben.

Am Montag hatten wir ein sehr inspirierendes Training zum Thema Kommunikation. Uns wurde beigebracht, wie man spielerischer mit schwierigen Kommunikationssituationen umgeht. Die Grundaussage zur Arbeit mit Menschen mit Behinderungen war: "Let us make our lifes more poetical!"

Am Mittwoch wurde mit der ganzen Community der runde Geburtstag eines residents gefeiert. Bei bestem Wetter saßen wir draußen auf der Wiese. Einige der residents haben etwas vorgetragen und danach zur Geigenmusik getanzt.

Auch hatte ich endlich die Gelegenheit, etwas mehr von dem nahgelegenen "Ashdown Forest" zu sehen, als wir am Freitag in die Wanderungen eingeführt wurden, die mit den residents gemacht werden. Jeden Tag gibt es hier einen Vormittags- und einen Nachmittagsspaziergang durch das unglaublich schöne Landschaftsschutzgebiet.

Gestern hatten wir dann unseren großen Ausflug nach London. Wir haben beim "Big Ben" angefangen, sind zum "Buckingham Palace" gelaufen, mussten feststellen, dass die Queen nicht da war und sind von der "London Bridge" zur "Tower Bridge gelaufen. Dann führte unser Weg uns zum Bahnhof "King's Cross" zum Gleis 9 3/4 und in den Harry Potter Shop. Abschließend haben wir noch eine Runde durch "China Town" gedreht.

To get used to it

Mittwoch, 07.09.2016

Je länger ich hier bin, desto schneller vergehen die Tage. Die neuen Eindrücke und Informationen nehmen langsam ab und das Leben hier fängt an normal zu werden.

Die Tage sind durch die Mahlzeiten sehr strukturiert (breakfast 8:20 am, lunch 1:30 pm, tea break 4:30, supper 6:00 pm, evening drink 7:00 pm). Jeder hat seine Aufgaben und beim Erledigen dieser Aufgaben merkt man gar nicht, wie schnell ein Tag vergehen kann. Wie anstrengend ein solcher Tag sein kann merke ich, dann meistens erst abends, wenn ich todmüde ins Bett falle.

Da wir zur Zeit noch unsere "inductions" haben, sind wir noch nicht komplett in den Tagesablauf eingebunden, aber ich werde trotzdem ein wenig über einen typischen Tagesablauf berichten: Um 7:45 am werden die residents geweckt. Die meisten sind so selbstständig, dass sie sich alleine fertig machen können und runter zum Frühstückstisch gehen. Nur Ginny (Name geändert) braucht Hilfe bei ihrer Morgenroutine. Auch wenn sie sich alleine anziehen kann, braucht es doch jemanden, der ihr hilft bei der Sache zu bleiben und sich auf ihre Tätigkeiten zu konzentrieren, da sie sich sehr schnell von anderen Sachen ablenken lässt.

Nach dem Frühstück wird abgewaschen. Jeder ist dabei mit eingebunden und übernimmt Aufgaben, die er oder sie bewältigen kann. Fast jeden Morgen gehen wir dann gemeinsam ins "Orchard House" und treffen uns zum "morning circle" mit allen anderen Häusern. Der Wochenvers wird vorgelesen, es wird ein Lied gesungen und über Besonderheiten des anstehenden Tages informiert. Danach gehen die residents in ihre Workshops (Weberei, Kerzenziehen, Körbeflechten, Bäckerei, Garten, Holzarbeiten und ein Projekt im Wald). Während die residents in ihren Workshops sind, haben wir unsere "inductions". Wir lernen viel über die Würde des Menschen, seine Privatssphäre, "Homemaking", Hygiene etc.

Nach dem Mittagessen schließt sich eine einstündige Mittagspause an. Danach wird die Arbeit in den Workshops weitergeführt. Um 4:30 pm schließt sich schon die Teepause an. In der Zeit zwischen Tee und Supper werden jeden Tag unterschiedliche Aktivitäten angeboten. Es gibt Eurythmie, Theater, Spieleabende, Filmabende oder "Sing along".

Nach dem Abendessen bekommen die residents ihr Bad und treffen sich danach noch einmal im "living room", um ihren "night drink" zu sich zu nehmen und Musik zu hören oder einen Film zu schauen.

 

So wie hier jeder Tag strukturiert ist, ist auch jedes Jahr durch viele Feste strukturiert.  Zur Zeit laufen die Vorbereitungen für Michaelis. Wir üben eine Eurythmieform ein, lernen ein gemeinsames Gedicht und üben Musikstücke ein. Auch wenn es noch zwei Wochen dauert, sind alle schon sehr aufgeregt und freuen sich auf den Tag.

 

One week ago...

Sonntag, 28.08.2016

Nun ist es schon eine Woche her, dass ich nach England gekommen bin und es fühlt sich schon so an, als wäre es ein Monat gewesen. Ich habe mich schon einigermaßen an das Leben in der Commmunity gewöhnt und auch das Englisch der anderen klingt schon sehr vertraut.

Zur Zeit habe ich Samstag und Sonntag off mit den anderen neuen Co-Workern, was den Vorteil hat, dass wir zusammen Ausflüge machen können.

Gestern sind wir mit dem Bus nach Brighton gefahren, was nur eine Stunde Fahrt von Nutley entfernt ist. Das Wetter war sehr gut (und das soll was heißen in England), sodass wir am Strand sitzen konnten und sogar zwei von uns baden gegangen sind. Danach sind wir durch die engen, verwinkelten Gassen von Brightons Innenstadt gelaufen (und ich habe vieles von meinem ersten Taschengeld im Candy- und im Bookshop ausgegeben). Der krönende (und nervenaufreibende) Abschluss war eine Achterbahn fahrt auf dem "Brighton Pier", bevor wir essen gegangen sind und dann wieder "nach Hause" gefahren sind.

Heute ist ein sehr ruhiger Tag, sodass wir uns für die nächste Woche ausruhen können.

Mit einer Tasse Tee kann ich nun zugucken wie das Wetter immer britischer wird...

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